UPDATE! Nächstes Mal mit Wasserbomben!?!
Erstmal kurz, später mehr. Der gestrige Slutwalk in Frankfurt war super genial. Vielen Dank an die Organisator_innen und Mitdemonstrant_innen. Besonders geschätzt, habe ich die Mehrseitigen Fyler, die von allen an die Zuschauer_innen verteilt werden konnten.
Leider sieht eine_r folgende Fotos viel zu selten:

Stattdessen finden sich in der Presse viele Einzelaufnahmen von Frauen, in leichterer Bekleidung - ich glaube der Focus hatte gestern sogar einen Artikel online, bei welcher zwei Fotos weibliche Körper ohne Kopf gezeigt wurden.
Da gruselt's mich und bestärkt mich in meinem "To-do" für den nächsten Slutwalk. Wasserbomben für Arschlöcher mit Kamera. Zwar wurde ziemlich cool auf sexistische, rassischtische usw. Äußerungen vom Straßenrand reagiert, aber die Foto-Macher (nein, keine Frau darunter entdeckt), gingen mir ganz schön auf die Nerven - insbesondere, wenn sie dazu noch das Informationsmaterial abelehnten.
Hier ein Beispiel:

Da schleicht sich doch tatsächlich ein Typ ins Schaufenster von C&A im 1. Stock und macht mit seiner kleinen Kamera Fotos... für die Pornosammlung daheim, oder was?
Wasserbomben (nicht meine Idee übrigens, abgeguckt bei anderen Demonstrantinnen) oder gleich die tollen "sexistische Kackscheiße"-Aufkleber über die Linse.
Weiterhin: Der Presse beibringen, dass "Schlampe" nichts damit zu tun hat, ob die bekleideten Stellen in irgendeinem Verhältnis zur Hautoberfläche stehen. Arrgh.
C&A
Update: Der vermeintliche C&A Verkäufer (siehe zweites Foto) hat mich dann doch dazu angeregt, bei C&A mal anzufragen. Schließlich schreiben diese über Ihrem Feedback-Formular
"Haben Sie eine gute Idee für uns oder einen Verbesserungsvorschlag? Haben Sie sich über uns geärgert und möchten Ihrem Ärger Luft machen? Nutzen Sie das Textfeld und wir versichern Ihnen, dass wir Ihr Feedback sehr ernst nehmen werden."
Anfrage an C&A
Sehr geehrte Dame, sehr geehrter Herr,
als Teilnehmerin des Slutwalks Frankfurt am 13.08.2011 war ich sehr erstaunt, dass sich ein (vermutlich) Angestellter von C&A vor die Schaufensterdeko des ersten Stocks setzte, um Fotos für seine (vermutliche) private Sammlung zu machen. Hier der Link zu einem Foto des vermeintlichen C&A Mitarbeiters: http://feministisches-zentrum.de/sites/default/files/2011-08-13%2017.21.21_0.jpg
Ich wäre dankbar, wenn Sie folgende Fragen mir und den Leser_innen meiner Website beantworten würden:
- Ist der Herr Angestellter von C&A?
- Ist es üblich, dass Ihre Angestellten während der Arbeitszeit solche "Ausflüge" unternehmen?
- Nehmen Ihre Angestellten häufig Fotoapperate zur Arbeit mit? Falls ja, warum?
- Nutzen Ihre Angestellten den Zutritt zu für die Öffentlichkeit gesperrten Bereichen (z.B. im Umfeld der Umkleidekabinen) Ihrer Läden für private Zwecke?
- Wie steht C&A zur Sexualisierung von Frauen, z.B. durch bei Ihnen erworbene Kleidung?
- Wie steht C&A zum Victim-Blaiming, insbesondere aufgrund der Kleidung - z.B. durch bei Ihnen erworbene Kleidung?
- Wie steht C&A zum Slutwalk?
- Was sieht die Unternehmenspolitik von C&A vor, wenn Mitarbeiter während Ihrer Arbeitszeit Fotos von Frauen machen, weil diese "Haut zeigen" oder ähnliche Verhaltensweisen an den Tag legen?
Vielen Dank im Vorraus für die Beantwortung meiner Fragen.
Mit freundlichen Grüßen
Stephanie Mayfield
P.S.: Ich weise hiermit ausdrücklich daraufhin, dass Ihre Antwort auf feministisches-zentrum.de und evtl. in anderen Publikationsmöglichkeiten veröffentlicht wird.
Jetzt heißt's gespannt auf die Antwort waren...

Wie wäre es, ZUERST zu klären, ob das überhaupt ein C&A-Mitarbeiter ist, bevor die ganze Firma hier so durch den Kakao gezogen wird? Wenn nämlich o.g. Frage 1 mit "Nein" beantwortet wird, fallen auch die zahllosen anderen Anschuldigungen weg...
Also Du meinst C&A muss davor geschützt werden, dass Menschen von deren Schaufenstern auf das Unternehmen schließen? Finde ich nicht.
Außerdem: Allein das Foto weckt ja die Assoziationen - also das, was Du Anschuldigungen nennst. Ist also nur fair, C&A öffentlich darauf hinzuweisen, dass deren Schaufenster auch bei Manipulation (also dem Fall, dass irgendwer sich Zugang zum Schaufensterbereich verschafft hat) als C&A-Politik wahrgenommen wird.
War aber nicht der Hintergrund der ursprünglichen "Polizistenempfehlung" genau auf dieses Verhältnis gemünzt? Und wollte man nicht eben sagen, das dieses Verhältnis "dennoch" niemals eine Rechtfertigung für Übergriffe sein darf? Um das durch einen Marsch zu visualisieren, so dachte ich gestern auch (und ich bin immer bereit, hier persönliches mangelndes Wissen zu zu geben), bedarf es doch wenigstens der etwas theatralische vorgeführten "Kleidung im Sinne der Ursprungsthese".
Die Idee mit den Wasserbomben find ich gut, ich finde gerade das "gezielte Fotografieren" sollte hier (meinenthalben heimlich) begrüßt werden, weil es so schön zeigt, was eben passieren, wenn man sich anzieht, wie man sich eben einfach selbstbestimmt anziehen mag. Man wird leicht Opfer von Übergriffen. Und die Wasserbomben sind dann die "so nicht" Hinweise in der demonstrativen Inszenierung eines Missstandes. (bei dem dann im echten Fall Wasserbomben eben leider nicht mehr helfen...)
Es ist ja nicht so, das es nicht Übergriffe aufgrund der Kleidung gibt. Daher sind die Fotografierer als Statisten im Anschauhungsmarsch willkommene Wasserbombenopfer für die "So nicht"-Parolen.
Grüße, Chräcker (weils der Name nicht hergibt: selber männlich...)
Ja, natürlich war die ürsprüngliche Äußerung auf das Stoff-Haut Verhältnis gemünzt, aber wir dürfen ja weiter denken. Vllt. mit Motto-Slutwalks, z.B. "Heute mal ohne BH für den PH" (frei nach "Töchter Egalias") oder "Lächeln für den Weltfrieden statt als Bagger-Einladung" oder "Frauengruppen sind sich selbst genug"... müsste natürlich aufgepeppt werden ;-). Oder die Demoroute geht durch die "einsamen Ecken", die ja ach so gemieden werden sollen. Oder "Heute keine ungewollten Drogen im Glas"-Nachttanz-Slutwalks ohne Getränkeaufpasserei. Oder....
hey steffi,
bin von der slutwalk orga und finde hier deine nächsten slutwalk aktionen ziemlich gut! werde die mal bei unserem nachbereitungstreffen in den raum werfen:) falls dir noch mehr einfällt, melde dich doch mal bei uns ..wir sind über anregungen immer dankbar! =)
und zur fotoproblematik: da werden wir uns für nächstes mal was einfallen lassen. geht wirklich an,dass mensch von aufringlichen fotograf_innen belästigt wird und ein "nein,bitte keine fotos" nicht akzeptiert wird bzw mensch wie bei der person im c&a fenster keine möglichkeit hat, sein "nein" zu äußern.