UPDATE! Wir möchten damit beginnen, dem netten Menschen, der uns das praktische Gerüst an den Dom gebaut hat, zu danken. Anlässlich des Zusammenfalls des Fastnachtdienstags mit dem Weltfrauentag nutzen wir die Gelegenheit auf etwas Närrisches auch außerhalb der 5. Jahreszeit aufmerksam zu machen.
Warum der Dom ein Kondom braucht:
Bild vom Mainzer Dom am 08.03.2011
Seid Ende letzten Jahres, kursieren Gerüchte, der Papst sei im 21. Jahrhundert angekommen und habe das Kondomverbot für Katholiken gelockert. Wie uns die Piusbruderschaft aber verrät, ist dies nicht der Fall. Der Papst drückt nun lediglich beide Augen zu, wenn es sich um männliche Prostituierte handelt. Sicherlich tragen die paar Männer aus Dankbarkeit nur noch Benedikt Fan-T-Shirts. Dass sich UNAids und die Aids-Hilfen allerdings nicht sofort selbst aufgelöst haben, könnte daran liegen, dass HIV und Aids immer noch aktuell sind.Wir können die Tatsache, dass sich die Infektionsraten in Westeuropa in Grenzen halten, jedoch eher auf gute Aufklärungskampagnen und Kondome zurück führen, nicht aber auf die mittelalterliche, eurozentristische Sexualmoral der katholischen Kirche. HIV ist jedoch nicht nur ein Thema für Menschen die „weit weg in Afrika“ leben. Der UNAids Report 2010 on the Global Aids Epidemic zeigt deutlich, dass sich die Zahl der HIV positiven Menschen in Osteuropa in knapp zehn Jahren nahezu verdoppelt hat. Der Anteil der dort weiblichen Infizierten hat sich dabei verdreifacht und ist nun bei 45%. Heißt: Wenn sich die Gesamtzahl der Infizierten „nur“ verdoppelt, die weiblichen Betroffenen jedoch verdreifachen, wird HIV mehr und mehr zum dominanten Frauenthema.
Womit wir bei HIV und Aids als feministisches Thema angekommen sind. Im UNAids Report geht man davon aus, dass über die Hälfte der Infizierten weltweit Frauen sind. Man kann also lange nicht mehr von einer „Schwulenkrankheit“ sprechen. Ganz im Gegenteil. Das Risiko für Frauen und Mädchen zwischen 15 und 24 Jahren infiziert zu werden, ist bis zu acht mal höher, als das eines Mannes. Die World Health Organization (WHO) erklärt diesen Unterschied einerseits durch biologische Gegebenheiten, da sich der Virus leichter von Mann auf Frau als umgekehrt übertragen lässt. Anderseits spielen auch hier wirtschaftliche und soziale Benachteiligung eine große Rolle. In patriarchalen Gesellschaften treffen die Konsequenzen von ungeschütztem Geschlechtsverkehr vor allem die Frauen. In vielen Ländern ist ihre Stellung ohne hin schon eine benachteiligte. Ihr Zugang zu Bildung und Verhütungsmitteln ist erschwert, wenn überhaupt vorhanden, und „sexuelle Selbstbestimmung“ oft noch ein Fremdwort. Dies sind Umstände zu denen auch die katholische Kirche ihren Beitrag geleistet hat und es meist noch tut. Man sollte meinen, dass nach Jahrzehnten, in denen die „Keuschheit statt Kondom-Haltung“ des Vatikans eher kontraproduktiv für die Aidsbekämpfung war, die männlichen, zölibatär lebenden Kirchenoberhäupter ihre Richtlinien überdenken. Man sollte auch meinen, dass die vielen Katholik_innen, die wissen, dass Sex nicht nur Kinder, sondern auch Spaß machen kann, endlich eine Reform ihrer religiösen Institution erkämpft hätten. Diesen möchten wir mit unserer Aktion zur Seite stehen.
Die Feministische Einzelkämpferinnen Gruppe Mainz setzt sich mit dieser Aktion für das RECHT jedes Menschen, auf ein Kondom zu bestehen ein. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit und sexuelle Selbstbestimmung sind Menschenrechte, die wir durch die katholische Kirche bedroht sehen. Wir fordern Katholik_innen weltweit auf, ihre Rechte nicht für einen Rosenkranz einzutauschen.
Update! Die FEG Mainz trauert um ihr wunderhübsches Transpi, dass heute (09.03.) von bösen Menschen um 8:15 Uhr nach Ankunft der Messgänger_innen entfernt wurde.
Hier ein Foto als es noch ganz klein war:

Es hat zwar viel Arbeit gemacht, aber als es uns dann anlächelte... hach, eigentlich war es zu Schade, um nun katholisch zu werden. Aber wir sind sicher, die vermeintlich bösen Menschen die das Transpi abgenommen haben und in den Dom trugen, wollen nur für ein sicheres Zuhause sorgen.
Achso, geehrter Herr in weißem Hemd, Krawatte und Polunder: Keine Angst, es hängen keinen weiteren Transpis am Dom herum... aber ein paar Flyer haben Sie noch übersehen.
Hier noch ein letztes Bild vom konDOM und unserem geliebten Transpi:

Liebes Transpi,
denk daran, Deine Mamas haben Dich lieb. Lass Dir von den Leuten nicht einreden, dass Du einen Papa brauchst. Wir glauben an Dich und sind sicher, Du wirst Deinen Weg gehen!

Jaja,
das typische Vorurteil, die Kirche ist an allem schuld. Schon mal darüber nachgedacht, dass auch katholische Hilfsorganisationen gerade sich gegen Aids und für die Hilfe von Betroffenen einsetzen.
Ein Beispiel ist hier die Aktion Schutzengel von missio (wobei die "Schutzengel" an einigen Aktionstagen sogar Kondome verteilten) und das von einer katholischen Oganisation.
Wie wäre es, wenn man sich erstmal informiert, bevor man hier so einen Quatsch verbreitet? Oder zumindest etwas differenzierter an die Sache rangeht!?
Worum geht der Text? Um alles katholische? Nö.