Feministische Einzelkämpferinnen Gruppen

Roger Lebien

Diese E-Mail von Roger Lebien bezieht sich im ersten Absatz auf den Blog "Treten Sie zurück, Herr Conzen" von Stephanie Mayfield bei der Mädchenmannschaft sowie auf ihren Kommentar zu einer vorangegangen E-Mail aus welcher im Kommentar zitiert wird. Der Rest der ersten E-Mail von Roger Lebien entspricht in etwa dem Zitat im Kommentar, weswegen auf eine Veröffentlichung verzichtet wird.

Triggerwarnung

 

Sehr geehrter „Herr“ Mayfield,

wenn Sie meine vorangegangene Mail (und auch diese hier) veröffentlichen wollen, dann müssen Sie sich nicht über rechtliche Aspekte informieren. Sie müssen mich nur – wenn Sie das mit Ihrem Selbstbewusstsein und Ihrem Selbstverständnis vereinbaren können - darum bitten! Ich will Ihnen aber diesen Akt der Unterwerfung unter meine patriarchale, hegemoniale Männlichkeit – man nennt diesen Unterwerfungsakt übrigens Höflichkeit - ersparen und gestatte Ihnen die Veröffentlichung gerne auch ohne Ihre vorherige Bitte.

Etwas Grundsätzliches noch zum Selbstverständnis von Vereinen, wie dem von Ihnen protegierten für - u. a. – „Frauen- und Lesbenkultur“:

Zweifellos ist letzterer Aspekt – der, der „Lesbenkultur“ – ja einer, der alleine die sexuelle Orientierung des Individuums betrifft. Eine sexuelle Orientierung ist aber noch lange keine „Kultur“ und wird auch nicht zu einer solchen, indem Exemplare wie Sie sich darangeben, Hauptworte zusammensetzen (Lesbe & Kultur), um diesen Zusammenhang herbei zu schwafeln.

Es gibt viele Spielarten, was die sexuelle Orientierung eines Individuums betrifft, Frau Mayfield. Nur zum Beispiel will ich zwei deftige nennen, die Sie sicherlich auch schon kennen, wobei ich mich auf die heterosexuellen Spielarten beschränken will.


Gangbang-Bukake: Dabei ejakuliert eine Horde Männer i. d. R. einer Frau nacheinander in Gesicht und Mund, woraufhin diese – je nach persönlichem Gusto – mit dem Ejakulat noch ein wenig rumgurgelt, es runterschluckt oder aber auch ausspuckt und/oder ihren Körper damit einreibt.

Scatting: Ein Mann oder mehrere entleeren ihren Darminhalt (i. d. R. in einem SM/Bondage-Kontext) in den Mund einer weiblichen Protagonistin, die die Ausscheidungen dann durchkaut und anschließend ihren gesamten Körper damit einreibt.

Solche Praktiken, die ebenfalls Ausgestaltungsformen einer ganz individuellen „sexuellen Orientierung“ sein können, so wie eine einfache „Lesbenorientierung“ auf ungleich unspektakulärere Weise andererseits, werfen bei mir (neben meinem persönlichen Unverständnis) einen Haufen Fragen auf:

·         Empfinden die Frauen dabei tatsächlich das Vergnügen, dass man aufgrund ihrer bisweilen amüsierten Gesichtsausdrücke vermuten könnte?

·         Was veranlasst Frauen andernfalls (falls das Vergnügen nur „gespielt“ sein sollte) dazu, sich solchen Akten, die wohl die Masse der Menschen als – gelinde gesagt – demütigend empfinden würde, zu unterwerfen?

·         Gibt es u. U. – besonders unter den Frauen, die dort offenbar zum Exponieren ihrer sexuellen Orientierung neigen – gar eine physiologische Komponente, Veranlassung oder Tendenz, jenseits von allerhöchster, bitterster wirtschaftlicher Not (und die geht an niemandem Spurlos vorbei), ihren Körper und ihre Würde „für ganz kleines Geld“ zu veräußern, zur Befriedigung auch der „individuellsten“, männlichen Sexualorientierungen?

Was hat das mit unserem Thema zu tun?

Nun – ich als Mann kenne keinen einzigen Zusammenhang, in dem Männer – außer in allerhöchster, ganz konkreter lebens- und existenzbedrohlicher Notlage, ihre eigene Gesundheit und Menschenwürde in vergleichbarer Art derart und im Rahmen einer „sexuellen Orientierung“ preisgeben (besser: veräußern!) würden.

Die Ausnahmen, in denen Männer ihre Gesundheit, ihre Würde und selbst ihr Leben riskieren oder „opfern“, bilden nur Kriege und der (oft) zwanghafte Anspruch eines Mannes an sich selbst, seinen eigenen und den Familienunterhalt (also nicht nur den seiner minderjährigen Kinder, sondern auch den seiner gesunden Frau!) durch Arbeit, die mit einem messbaren (!) Wertschöpfungsprozess verbunden ist, zu bestreiten.

Wie wäre es denn mal mit einem solchen Selbstverständnis der Selbstversorgung bei Ihnen, anstatt ganz selbstverständlich zu erwarten, die „Obrigkeit“ habe die Pflicht aus von echten LeistungsträgerInnen erwirtschafteten Mitteln (Steueraufkommen), Teile dafür aufzuwenden, dass Sie und eine Handvoll andere „Muschelsucherinnen“ in Ihrem Club ihre feministische „Frauen- und Lesbenkultur“ verfeinern können?

Nicht das wir uns falsch verstehen: Ich bin trotz eines gewissen Wertkonservatismus liberal genug, jegliche sexuelle Orientierung und Überzeugung im globalen (nicht unbedingt im oben erwähnten) Sinn

zu akzeptieren. Aber wenn mir einer – egal wer – seine sexuelle Orientierung und Überzeugung auf´s Auge drücken will, obwohl sie mich nicht die Bohne interessiert, dann wird eine Grenze überschritten, die ganz alleine ich ziehe. Ich entscheide(!), wessen Orientierung mich interessiert und mit wessen Orientierung ich konfrontiert sein will. Und auch nur dann, wenn das Gegenüber sie auch preisgeben will. Das entscheidet/entscheiden wiederum alleine mein/e Gegenüber. Comprende, Amiga?

Abgesehen davon, dass Sie (und Ihresgleichen) diese Grenze schon überschreiten, gehen Sie aber auch noch viel weiter und erwarten, dass ich (und die Millionen anderen Leute, die sich ebenfalls nicht für Ihren Spleen interessieren), die Konfrontation damit auch noch finanzieren. Ich/wir sollen also etwas bezahlen, was wir nicht wollen, weil Sie sich in Anflügen von Größenwahn einbilden, Ihr im kleinen Kreise kollektiviertes Privatvergnügen habe eine gesellschaftspolitische Dimension erreicht, die eines öffentlichen Diskurses bedürfe.

Und jetzt sind wir wieder bei „Vereinen für Frauen- und Lesbenkultur“: Es war schon immer „Alleinstellungsmerkmal“ des Feminismus, die eigene Geschlechtlichkeit und – von mir aus – die sexuelle Orientierung auf eine gesellschaftspolitisch-relevante Ebene zu heben, obwohl ich und einige andere, weniger larmoyante MitmenschInnen (die Masse), das als Privatsache einstufen.

Das Private, Frau Mayfield, war nie politisch und es wird es auch niemals sein.

Und es wird nicht mehr lange dauern, da werden ideologisch „Andersartige“ wie Sie und ihre Freundinnen und die traurigen, männlichen Kreaturen an Ihrer Seite, die sich ihre Pimmelchen als lila Pudelkastraten wegreflektiert haben, schon noch erkennen, dass sie sich besser sehr kritisch mit sich selber auseinandergesetzt hätten, anstatt Jahrzehnte mit der Suche nach den „wahrhaft Schuldigen“ zu verplempern..

Mit freundlichen Grüßen

Roger Lebien

Reihstr. 63;  52062 Aachen
T:  +49 241 46373529
F:  +49 241 46373529
M:+49 152 25330722
Email: roger.lebien@gmx.de

"Wenn der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte urteilt, BGB § 1626a Abs. 2 verletze Menschenrechte und Grundfreiheiten, dann ist §1626a Abs. 2 Unrecht. Wer ein solches Unrecht stur weiter verteidigt und an ihm festhält, ist ein Unmensch. Und wer die menschliche Gesellschaft will, der muss die Unmenschen überwinden."

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